Sonntag, 31. Januar 2016

Kleines Update

Mein letzter Eintrag ist jetzt genau ein Jahr her.
Er klingt ziemlich depressiv und zu dem Zeitpunkt war ich das auch. Ich hatte mich zwei Wochen vorher von meiner Freundin getrennt und wusste nicht wirklich wohin mit meinem Leben in dem Moment. Und wenn man sich meine Situation jetzt so anguckt, scheint sich auf den ersten Blick nicht viel geändert zu haben. Ich sitze immer noch im gleichen Zimmer vor meinem PC und schreibe an einem Blogeintrag über meine Gefühle. Aber was ich betonen will, sind die kleinen Entwicklungen, die sich erst auf den zweiten Blick und vielleicht auch nur mir offenbaren.
2015 war ein gemischtes Jahr für mich. Es hat sehr schlecht angefangen und wechselte dann immer zwischen guten und weniger guten Momenten hin und her, wie das im Leben so ist. Mitgenommen habe ich vor allem eine Menge großartiger Konzerte (plus ein wundervolles Chiemsee Summer Festival), meine Unfähigkeit Dating-Apps gewinnbringend zu benutzen, und die Vertiefung von Freundschaften. Gerade der letzte Punkt war mir im letzten Jahr am Wichtigsten. Sie waren für mich da, wenn ich mich einsam gefühlt habe oder Hilfe brauchte und manchmal habe ich das Gefühl, dass ich gar nicht genug zurückgebe, aber dann fällt mir ein, dass ich hoffentlich noch viele, viele Jahre Zeit habe, um alles zurückzuzahlen.
Meine Einstellungen zu vielen Dingen hat sich, wie ich hoffe, zum Guten gewendet, besonders, wenn es um Dinge wie Genderkonventionen, soziale Fragen und sowas geht. Ich bin noch nicht da, wo ich sein will, aber vieles davon braucht auch Zeit. Vor allem, wenn man Dinge ent- und neulernen muss.
Vom neuen Jahr erhoffe ich mir mehr mentale Ruhe -  das Gewusel in meinem Kopf hat die letzten Monate häufiger meinen Schlaf gestört.
Ich habe aber auch bereits einige Dinge für dieses Jahr geplant, die mir zumindest kurzfristige Zufriedenheit verschaffen werden. Oder, im Fall meines Studienfortschritts, auch längerfristige Freude.
Was diesen Blog anbelangt... Ich habe im letzten Jahr angefangen etwas öfter als früher in mein Tagebuch zu schreiben, was mir bereits einiges an Initiative nimmt, aber ich werde versuchen, noch wenigstens einen zweiten Eintrag hier zu veröffentlichen, bevor der Dezember rum ist (es wird schwer).

Sonntag, 1. Februar 2015

Late Night Thoughts

Gefühle in Worte zu fassen war wahrscheinlich schon immer das Schwerste, was die menschliche Sprache zu erreichen versucht hat.
Bei einem einzigen starken Gefühl ist es noch relativ simpel die Auswirkungen auf den Menschen und seine Stimmung zu beschreiben. Aber je mehr Emotionen man gleichzeitig empfindet, desto unklarer wird die ganze Geschichte. Dann bleibt einem meist nur noch ein uneindeutiges Mischmasch von Gefühlen zu beschreiben. Oder einfach gar nichts zu sagen.
Als Möchtegern-Autor, wie ich einer bin, geht das natürlich nicht. Da muss man immer irgendwas kommentieren. Egal ob man sich wegen der Empfindungen seines Charakters sicher ist oder nicht.
In diesem Fall nehme ich ausnahmsweise die Rolle des Beschriebenen ein und ich würde furchtbar gern lesen, was ein kosmischer Schreiber über mein momentanes Befinden zu sagen hätte. Eventuell würde das ein bisschen Klarheit in meine momentane Situation bringen. Vielleicht könnte jener allwissende Schriftsteller seiner Hauptfigur auch einen kryptischen Hinweis geben, wie man denn jetzt am besten verfahren sollte.
Wenn nämlich zu Gefühlswirrwarr noch das Chaos der Klausurenzeit und der Stress der Hausarbeiten kommt, man einen halben Umzug mitmachen muss und die Badezimmerwand einen riesigen Wasserfleck hat (jetzt auch mit 50% mehr Schimmel), dann möchte man eigentlich nur noch im Bett bleiben. Oder am PC sitzen. Da ist die Welt noch in Ordnung. Wenn man die Augen vor Sachen wie GamerGate und Pegida verschließen möchte und kann. Vielleicht dann doch lieber im Bett bleiben.
Eine andere Lösung hab ich dann gerade nämlich auch nicht.
Gute Nacht.

Freitag, 25. April 2014

Quite some time...

Es ist einiges passiert, seit ich am 15.05.2012 meinen ersten Eindruck zu Guild Wars 2 auf diesem Blog veröffentlicht habe.

Mittlerweile sind fast zwei Jahre vergangen, offiziell ist das Spiel seit Ende August 2012 draußen.
In der Zeit habe ich 1260 Stunden in die Erkundung Tyrias gesteckt. Ein paar Screenshots, die meine Reise dokumentieren findet ihr in diesem Blogpost.


Das zweite Beta-Wochenende brachte die Erstellung eines Sylvari-Mesmers mit sich, den ich in den folgenden Tagen bis auf Level 21 hochzog.


Relativ schnell folgte der Headstart und mein Main Fenrir Whitemane war geboren. Eines der ersten Gruppenevents an denen ich teilnahm, war dieser Kampf gegen einen Riesen. Beeindruckend für mein Level 19-Ich.


Besonders eindrucksvoll auch die Physik-Effekte in diesem Spiel.


November 2012 - Das Southsun-Cove-Event. Ein Disaster für die Spielwirtschaft, für die Server, aber ein guter Wegweise für das Konzept der Living Story.


Hach, Weihnachten. Ich war äußerst stolz auf das Schaffen des Jumping Puzzles.


Mein erster Ingame-Titel, erlangt für das Wiederbeleben von insgesamt 5000 Verbündeten. Durchaus ein Erfolg, doch nichts im Vergleich zum ewigen Grind der WvW-Achievements.


Immer noch eine der eindrucksvollsten Gegenden des Spiels: Frostgourge Sound und seine riesigen Eisberg-Schiffe, Heimat der Kodan.


Kleines Easter-Egg in einem der unzähligen Jumping Puzzles und Mini Dungeons. Wer errät zu welchem Film?


Auch noch Teil der Festlichkeiten ist die Luftschiff-Instanz, die mir den zweiten Titel beschert.


Level 80. Da kann man auch mal die Claw of Jormag töten.

 
Inzwischen bin ich Mitglied der Kodash-WvW-Community, was mir die letzten fehlenden Punkte zur 100% Map-Completion beschert.


Mit meinem Dieb läuft es nicht so gut, wie mit dem Krieger.


Danke an [ZdD] für die Aufnahme im Frühjahr 2013. Und die inzwischen über einjährige Mitgliedschaft.


Tequatl hatte keine Chance, nichtmal, nachdem ArenaNet ihn stärker gemacht hat.


Der Preis für Charged Lodestones ist nervig. Vor allem, wenn man 100 Stück davon für seine Legendäre Waffe braucht. (Die Skillleiste gehört zu meinem Norn-Wächter, der auch das 80. Level erreicht hat.)


Inzwischen sind die 1000 Spielstunden locker geknackt, genauso, wie die 8000 Erfolgspunkte.


Was wäre ein MMO ohne Bugs?


Mein Nekro freut sich über die Baukunst der Menschen. Oder er veralbert sie. Ich bin mir nicht ganz sicher.


Auch auf niedrigen Einstellungen bietet das Spiel einige beeindruckende Aussichten.


Ungefähr als letztes von allen Spielern erreiche ich dann auch mal die 200 gesparten Gold, dessen Hälfte prompt für Runensteine ausgegeben werden.


Der 1. April brachte nichts besonderes. Alles normal. Aber irgendwie fühlte ich mich an dem Tag etwas aufgebläht...


Zum Abschluss noch einmal mein Wächter von hinten, mit seinen Drachenflügeln.

Das alles sind nur kurze Einblicke in die verdammt spaßige Reise, die ich bis jetzt hatte und auch hoffentlich noch haben werde. Auf weitere 1000 Stunden.

Mittwoch, 12. März 2014

Ich wurde etikettiert...äh, getaggt.

Ich mach das jetzt einfach kurz und schmerzlos, weil ich dann schnell wieder in meine "Ich schreib hier eh nix"-Phase versinken kann.
Ich wurde von der reizenden Jenni getaggt (Link) und beantworte deshalb jetzt zehn Fragen, deren Antwort euch hoffentlich erleuchtet. Nebenbei verschweige ich euch, dass mich das hier von der Arbeit an meiner Hausarbeit abhält, die ich am Montag abgeben muss.

1. Das beste Essen auf der ganzen Welt gibt es wo?

Fragt mich doch nicht sowas. Ich esse alles und mache keine Qualitätsunterschiede. Ich unterscheide nur zwischen "Mag ich" und "Mag ich nicht".
Die besten Cocktails gibts aber definitiv hier: Spirits

2. Dein absoluter Oscar-Favorit?

Das ist dann der Moment, in dem man merkt, dass man diesen Post hier vielleicht auch schon was früher hätte schreiben können. Mein Oscarfavorit war übrigens gar nicht nominiert. Sehr sehr positiv überrascht war ich nämlich von Rush, dem Biopic über Nikki Lauda, den ich im September mehr durch Zufall als durch gezieltes Aussuchen in London gesehen habe. Eine Nominierung für den besten fremdsprachigen Film hätte der nämlich schon verdient gehabt.

3. Kaffee oder Energy-Drink?

Ich verabscheue Kaffee seitdem ich mit 12 meinen ersten Schluck davon genommen habe. Deshalb zerstöre ich meine Zähne und mein Herz lieber mit Energy-Drinks. Ich hab bis jetzt auch nur Red Bull getrunken und bin der Meinung, dass es aushaltbar ist. Generell steh ich aber mehr auf Cola, wenns um Koffein geht.

4. Wie hätte deine ganz persönliche Liebesgeschichte auf der Titanic ausgesehen?

Ich wäre wahrscheinlich ein unbedeutender Werftarbeiter gewesen, der zu seinen Kollegen sagt: "Das Ding schafft es doch niemals bis nach New York!". Dann wäre ich nach Hause, zu meiner Frau gegangen, hätte ein bisschen meine fünf Kinder angeschrien, weil sie zuviel essen und wäre dann eingeschlafen. So romantisch bin ich.
(Außerdem hätte ich dann besserwisserisch sagen können: "Ich hab's euch doch gesagt, Jungs.")

5. Endlich Frühling! ... Oder?

Inzwischen sind es seit ein paar Tagen angenehme 15 - 20 Grad Celsius draußen und demnach würde ich "Ja" sagen.

6. Ist das Leben wie im Film?

Egal wie toll der MP3-Player auf meinem Smartphone den Soundtrack des Lebens liefert, würde ich niemandem anraten mein Leben so auf die Leinwand zu bringen. Außer er möchte eine sehr deprimierende Geschichte über Langeweile und Prokrastination erzählen.

7. Der romantischste Roman/Film 2013?

Eindeutig Fack ju, Göhte. 

Ich meine, wer musste nicht eine Träne aus dem Auge wischen, als diese dramatischen Zeilen auf der Leinwand präsentiert wurden?

8. Lieblingszahl?

Drölf.

9. Die besten Chips? Oder gleich eine ganze Partymischung?

Ich verweise auf Frage 1. Ansonsten scheine ich aber einer der wenigen Leute in meinem Freundeskreis zu sein, die aus einer Partymischung alles essen und nichts übrig lassen.
Kleine Warnung: Lasst mich niemals mit Chips alleine. Ich kann davon mehr essen als ihr glaubt.

10. Was machst du, wenn dir langweilig ist?

Blogeinträge wie diesen hier verfassen.



Wenn ihr euch durch mein Geschwafel bis hierhin vorgekämpft habt, gratuliere ich euch!
Jetzt folgen praktisch nur noch meine zehn Fragen und dann habt ihr es geschafft... fast.

1. Wie war dein erster Kuss? Typ toter Fisch oder Typ ekstatischer Labrador?
2. Welchem Schauspieler würdest du ganz gerne mal ordentlich eins in die Fresse hauen?
3. Wie weit kannst du einen Kirschkern spucken?
4. Warum genau liegt denn da jetzt eigentlich Stroh rum?
5. Was war dein erstes Lieblingslied?
6. Mit was kannst du dich am besten motivieren?
7. Seit Jahrtausenden tragen Menschen Sandalen. Wann werden sie endlich abgeschafft?
8. Rhein, Inn, Main, Po. Welche Flüsse der Welt sind für dich wichtig?
9. Um das Niveau gleich wieder zu heben: Welches Kunstwerk berührt dich am meisten, sei es Malerei, Musik, Literatur, Skulptur, etc.?
10. Welches Land möchtest du auf gar keinen Fall bereisen?

Ich tagge folgende drei Personen:

Julian, weil es ihn nerven wird.
Jule, weil ihr Name so ähnlich klingt und ich dann nicht fragen muss, ob sie noch einen anderen Blog neben Tumblr hat.
Und Anika, die aus irgendeinem Grund nur noch Sachen auf ihrem englischen Blog schreibt.

Auf auf, ihr kennt die Regeln.
David

Sonntag, 28. April 2013

Youtube

Wie einige von euch vielleicht noch wissen (hoffentlich nicht), hab ich früher mal Let's Plays gemacht. Nicht sehr lange und nicht sehr erfolgreich, aber die Idee Content auf Youtube zu fabrizieren hat mich seitdem nicht mehr los gelassen. Ich hab mir in den letzten Jahren die deutsche und englische Youtube-Szene angeschaut und dabei ist mir nichts in's Auge gesprungen, was ich hätte "nachmachen" können.
Let's Plays standen eigentlich an erster Stelle, aber die Chancen sich von der Masse, die seit Gronkhs berühmt-werden noch riesiger ist, abzuheben sind irgendwo bei Null. Es gibt auch keine Möglichkeit eine Nische zu füllen, jedes Spiel wurde schon von irgendeinem Youtuber mehr oder minder gut kommentiert.
Gameplayvideos oder Tutorials für bestimmte Ingame-Achievements oder ähnliches gibt es auch bereits zuhauf. Dazu kommen noch die schriftlichen Komplettlösungen.
Da außerdem auch Fraps und andere Aufnahmesoftwares bei mir keine große Lust hatten, zu funktionieren, musste etwas anderes her.
Zu Vlogs und Comedy-Formaten hatte ich auch keine große Lust. Ich bin kein besonders guter Schreiber für humoristische Texte (es wäre mir jedenfalls nicht bekannt, dass ich dieses Talent besitze).
Für Kurzfilme fehlte mir zwar nicht das schauspielerische Geschick (ich glaub, das kann ich noch ganz gut), aber das technische Gerät.
Aber dann kam mir doch eine Sache in den Sinn. Dafür brauchte ich keine Kamera, obwohl ich es auf Youtube hochladen würde, und kein schreiberisches Talent, sondern nur mein Mikrofon und meine Stimme (keine Angst, ich hab nicht mit dem Singen angefangen. Wir wollen ja schließlich nicht den Weltuntergang herbeiführen). Und am Freitag habe ich das dann einfach mal in die Hand genommen und präsentiere jetzt voller Stolz (*hust, hust*) meinen Hörbuchkanal Freshoofall.
Mein erstes Projekt ist das, vermutlich allen bekannte, Buch von Douglas Adams: "Per Anhalter durch die Galaxis", das den Auftakt zur Anhalter-Trilogie in fünf Bänden bildet.
Ich würde mich über ernstgemeinte Kritik und Vorschläge (auch bezüglich späterer Bücher) freuen (über's abonnieren natürlich auch *hust*) und wünsche euch noch einen schönen Sonntagabend.

Montag, 18. Februar 2013

Leben ohne Gott

Wo fängt man am besten an, wenn man von etwas spricht, dass jeden, aber auch wirklich jeden Menschen auf dieser Welt in irgendeiner Art und Weise betrifft?
Schwierig. Am besten damit, was Religion überhaupt ist.

"Und Gott sprach: 'Es werde Licht'"

Religion lässt sich mit einiger Berechtigung als einer der dauerhaftesten Wegbegleiter der Menschheit bezeichnen. Früheste Spuren lassen sich bereits aus dem Mittelpaläolithikum (etwa 120.000 v. Chr.) nachweisen. Seitdem haben sich im Laufe der Zeit etwa 2.500 Religionen mit über 6.000 Göttern entwickelt. Falls also wieder jemand behauptet, das Christentum sei die einzig wahre und richtige Religion, dürft ihr in guten Gewissens darauf hinweisen, dass er selbst fast so atheistisch ist wie man selbst. Ihr glaubt lediglich an einen Gott mehr nicht.
Neben den verschiedenen Naturgöttern und schmanisch geprägter Geisterverehrung bildeten sich Anfang der Antike (ab 6000 v. Chr.) erste "richtige" Götterpantheone, dualistische Religionen und, im Vergleich sehr spät, auch Monotheismus.
Grund dafür ist wohl der Wissenszuwachs.
Während Religion zuerst der Erklärung von Naturphänomenen, wie Blitzen oder Erdbeben, dem Glück im Kampf oder bei der Jagd diente, wurde dies mit zunehmendem biologischen, geographischen und philosophischen Wissen obsolet und ging über zu einem Welt-erschaffenden, richtenden Gott, der nicht mehr direkt mit Naturkatastrophen in Verbindung zu bringen ist. Dementsprechend teilen sich die ersten Plätze in der heutigen Verehrung das Christentum (2,1 Milliarden) und der Islam (1,5 Milliarden). Die Webseite adherent.com listet auf dem dritten Platz bereits die Nichtreligiösen mit 1,1 Milliarden (ohne Differenzierung, dazu komme ich später noch), laut der Britannica Online nimmt diese Stelle jedoch immer noch der Hinduismus mit fast 900 Millionen Anhängern ein (Nichtreligiöse ca. 800 Millionen).
Bevor ich jedoch darauf weiter eingehe, möchte ich erst noch einmal grundlegend darauf zurückkommen, auf welche Definitionen sich meine Ausführungen hier beziehen.

Let's bring up some basic shit

Religion ist der Glaube an ein oder mehrere transzendentale Wesen, die in verschiedenen Formen auf das Leben der Menschen im Speziellen und das Universum im Allgemeinen einwirken. Häufig einhergehend mit diesem Glauben ist die Verehrung der Wesen, meist gegliedert in spezielle Rituale (Gebete, Opfer, Anrufung, "Beschwörung", Feiertage).
Wichtig an dieser Stelle ist die Betonung auf dem Wort "Glaube". Dieser differenziert sich durch einige wichtige Punkte von wissentschaftlichem Wissen oder besser: Theorien. Beispielsweise hört man von Kreationisten in den USA häufig, dass Atheisten auch nichts anderes täten, als an "bizarre" und "unlogische" Theorien zu glauben. Schließlich sei das doch kein Wissen, sondern eben nur das, was man es auch nennt: eine Theorie. Warum Kreationismus in seiner Gesamtheit und dieses Argument im Besonderen Schwachsinn sind, darauf möchte ich erstmal aber gar nicht eingehen. Wichtig ist, dass Wissenschaft und Glaube zwei unvermischbare Gegensätze sind, die nicht durcheinander kommen dürfen. Was dann passiert, sieht man an der vollkommen fruchtlosen Phase der Alchemie im europäischen Mittelalter.
Theorien sind empirisch gesammelte Fakten, die durch ein logisches Konstrukt zu einer Regel zusammengefasst werden. Beweise, die diese Theorie unterstützen oder ihr entgegen stehen, werden im Laufe der Zeit gesammelt und machen sie entweder glaubwürdiger oder widerlegen sie, woraufhin es einer neuen Theorie bedarf.
Ein Glaube ist eine Art Theorie für die es keiner Beweise bedarf. Genau deshalb darf er aber auch nicht als Wissen akzeptiert werden, solange es eben keine wissentschaftliche Grundlage für ihn gibt.
Infolge dieses gewissen Allgemeinanspruchs, den eine Religion stellt, haben sich schon früh Leute gefunden, die diesen Glauben hinterfragt und häufig sogar abgewiesen haben. Nicht umsonst gibt es heutzutage so viele "Ungläubige".
Diese teilen sich im Großen und Ganzen in zwei Gruppen, deren Unterscheidung wichtiger ist, als man denkt. Atheisten und Agnostiker sind nämlich durchaus zwei verschiedene Dinge. Atheismus ist das Ablehnen eines oder mehrer Götter. Aufgrund der fehlenden Beweise gehen Atheisten davon aus, dass es keinen existenten Gott gab, gibt oder geben wird. Agnostiker hingegen sind der Meinung, dass es aufgrund der derzeitigen Beweislage unmöglichen ist zu sagen, ob es einen Gott gibt oder nicht, tendieren jedoch meist zu letzterem.
Ich persönlich rechne mich zu den Atheisten.

But whyyyyy?


"Aber warum?", mag sich der ein oder andere jetzt fragen. "Warum dieser ganze Aufwand?". Nun, Tatsache ist, ich mag es erstens nicht angelogen zu werden und zweitens sehe ich in Religionen ein großes Gefahrenpotential. Fundamentalistische Gewalt tritt längst nicht nur im Islam auf. Auch Christen sind immer wieder ganz vorne mit dabei, wenn es beispielsweise um Rassismus geht (man schaue sich nur mal die Westboro Baptist Church an). Der Papst gefährdet durch die Ablehnung von Kondomen und sexueller Aufklärung Millionen von Menschenleben in Afrika. In Israel sind es ebenfalls hauptsächlich religiöse Gründe, die dafür sorgen, dass Palästinenser diskriminiert werden. In den USA streiten sich immer wieder Bürgerrechtler mit den christlichen Lobbyisten, damit Kreationismus nicht als gleichwertiges Schulfach neben Biologie und der Evolutionstheorie unterrichtet wird.
"Das ist doch alles ewig weit weg. In Deutschland sind wir doch alle aufgeklärt und haben keine Probleme mit sowas." Ist das wirklich so? In Köln wird in katholischen Krankenhäusern die Pille danach als Form der Abtreibung verweigert. Obwohl der Erzbischof Kölns dieses Mittel sogar explizit erlaubt hatte, mussten erst gesetzliche Schritte folgen, damit die Krankenhäuser dies auch umsetzen. An Arbeitsplätzen unter katholischer Trägerschaft dürfen geschiedene Menschen nicht arbeiten. Die Ehe für gleichgeschlechtliche Partner ist immer noch nicht gleichgestellt. Das klingt für mich nicht nach einem säkulären Staat.
Das sind alles Gründe, warum ich mich weigere an diesem Irrenhaus teilzuhaben. Ich glaube nicht, dass es tausende Religionen gäbe, wenn nur ein Gott, oder ein Götterpantheon, existiert. Ich glaube nicht, dass ein Gott, wie er von Christen, Juden und Muslimen nach außen hin immer wieder gepredigt wird, es zulassen würde, dass im Inneren dieser Vereinigungen Korruption, Vergewaltigung und Bigotrie an der Tagesordnung sind.
All das vollbringt weder ein gütiger, noch ein zorniger Gott. Das vollbring allein die Schlechtigkeit des Menschen selbst, die durch Religion ihren Katalysator bekommt, um sich auf die Welt auszuwirken. Deshalb habe ich mich für ein Leben ohne Gott entschieden, dass ich versuche auf humanistischen Prinzipien zu führen. Das ich dafür kein Musterbeispiel bin, ist mir allerdings durchaus klar. Allerdings sehe ich meine charakterlichen und persönlichen Nachteile als etwas, das zu mir gehört und ich schiebe die Schuld dafür, dass ich sie habe, nicht auf jemand anderen (außer meine Körpergröße vielleicht). Ich allein bin für mein Leben verantwortlich und dafür, was ich erreiche und was nicht. Kein Gott, kein Teufel. Ich bin einfach nur so, wie ich bin.

'Cause nothing else matters

Ich möchte mit diesem Statement niemanden angreifen oder ihn verletzen, auch wenn es sicherlich Leute gibt, die dieser Text verletzen würde, würden sie ihn lesen. Dieser Text drückt lediglich meine eigene Meinung aus.
Mir ist bewusst, dass es überall Menschen gab und gibt, die durch ihren Glauben gestärkt wurden, darin Hoffnung und einen Sinn fanden und Gutes dadurch vollbringen können. Entsprechende Beispiele habe ich in meinem Freundeskreis und meiner Freundin. Aber leider sind diese Menschen eine Minderheit und sie wiegen bei weitem nicht auf, was bereits an schlechtem passiert ist. Ich werde mich in näherer Zeit vermutlich noch einmal ausführlich mit dem Thema Ethik beschäftigen, da dies immer noch eng mit Religion zusammenhängt.
Falls es noch Fragen zu meiner Einstellung oder generell zu Gott und der Welt gibt, würde ich mich natürlich freuen, wenn ich diese in den Kommentaren oder auf Twitter beantworten könnte.

Ich bedanke mich für's lesen.

Samstag, 29. Dezember 2012

Ralph reicht's - Filmkritik

Wenn das so weitergeht, wird das hier noch der totale Filmblog. Allerdings war ich heute im Kino und habe mir mit meiner Freundin den Disney-Streifen "Ralp reicht's" angesehen und fand ihn so toll, dass ich meine Meinung dazu kundtun möchte.

Ralph reicht's (OT: Wreck-It Ralph), 2012, 108 Min, FSK 0, Disney Animation Studios, USA

Zusammenfassung

Seit 30 Jahren lebt und arbeitet der, an Donkey Kong erinnernde, "Randale-Ralph" im Spiel "Fix it, Felix Jr." in einer klassischen Arcade-Halle.
Doch ausgerechnet zum Jubiläum, als die anderen Teile des Spiels ohne ihn eine große Party feiern, wird ihm klar, dass er immer der Bösewicht sein wird. Damit unzufrieden macht er sich auf die Suche nach einer Siegermedaille, um von den "Guten" gemocht zu werden. Leider bringt er damit nicht nur seine eigene Spielewelt durcheinander...

Technik

Der Film ist in technischer Hinsicht keine Überraschung. Ein solider Animationsfilm, wie man ihn in etlicher Ausführung von Disney und Pixar kennt. Andererseits hält er natürlich auch das hohe Niveau, wie man es beispielsweise von "Küss den Frosch" kennt. Alle Bewegungen sind flüßig, die Figuren sehen, auf ihre Weise, glaubhaft aus.

Atmosphäre

Unglaublich süß - das wäre so, was mir als erstes zu diesem Film einfällt. Die Spielelandschaften sind sehr unterschiedlich gestaltet, die unzähligen Anspielungen und Cameos auf und von bekannten Spielfiguren (Sonic, Bowser, Pacman) sind super eingebaut.
Einziger Kritikpunkt wäre hier von meiner Seite die Musik, die zum größten Teil aus generischem Pop besteht, aber das ist ja leider bei vielen Filmen dieser Art so. Könnte man sich auch mal mehr Gedanken machen. 
Ansonsten ist die Atmosphäre aber, wie gesagt, 1A. Allein schon der Abspann in 8bit-Optik ist ein Highlight für sich.

Story

Eine Spielfigur, die in eine Midlife-Crisis gerät und "auf Turbo macht", wie es im Film so schön heißt. Die Geschichte vom lebendigen Spielzeug kennen wir ja schon aus Toy Story, die Suche nach einem Sinn, nach Anerkennung auch aus diversen anderen Disney-Filmen. Aber die beiden an sich unoriginellen Komponenten sind hier gut verpackt und fügen sich in eine witzige Geschichte mit ein bisschen Romantik und viel, viel Herz. Da hat man dann auch schonmal ein "Staubkorn" im Auge bei der ein oder anderen Szene. Gleichzeitig gibt es Disneytypisch natürlich auch wieder viel zu lachen und allein schon die, häufig unfreiwillige, Zerstörung, die Ralph anrichtet, sorgt immer wieder für Lacher.
Und die Interaktion mit dem kleinen "Glitch" Vannelope ist unglaublich gut gelungen.
 
Fazit und Wertung

Die Animationskomödie "Ralph reicht's" überzeugt mit Charme, solidem Humor, der für alle Altersklassen angemessen ist und lässt sowohl Gamer-, Retrofan- und Kinder-Herzen höher schlagen. Vermutlich der beste Animationsfilm 2012 und ein Meisterwerk Disneys. Es geht halt auch ohne Pixar.

Wertung: 80/100

Sonntag, 16. Dezember 2012

Der Hobbit - Eine unerwartete Reise - Filmkritik

Hi.
Anlässlich meines kürzlich erfolgten Kinobesuchs habe ich mich entschlossen, eine kleine Filmkritik zu "Der Hobbit - Eine unerwartete Reise" zu verfassen.

Der Hobbit - Eine unerwartete Reise, 169 Minuten, FSK 12, Peter Jackson, USA/Neuseeland

Zusammenfassung

Das neueste Machwerk von Peter Jackson versetzt den Zuschauer wieder in die Welt von Mittelerde. 60 Jahre vor den Ereignissen von "Herr der Ringe - Die Gefährten" findet man sich erneut im beschaulichen Auenland wieder, in der Hobbithöhle Bilbo Beutlins (Martin Freeman).
Der allseits als ruhiger und gemütlicher, sprich typischer, Hobbit bekannte Onkel unseres beliebten Frodos bekommt eines schönen guten Morgens Besuch vom Grauen Zauberer, besser bekannt als Gandalf (Ian McKellen). Dieser nimmt ihn, etwas gegen Bilbos Willen, mit auf eine abenteuerliche Reise zum Einsamen Berg, dem, vom Drachen Smaug (gesprochen von Benedict Cumberbatch) besetzten, ehemaligen Zwergenkönigreich Erebor. Zusammen mit 13 Zwergen machen sich die Gefährten auf den Weg und treffen unterwegs jede Menge "alte" und neue Bekannte, durchqueren gefährliche Weiten und das düstere Nebelgebirge, erleben einige Abenteuer und landen schließlich am Rande des Düsterwaldes.
Zum Vergleich: Das ist in etwa auch ein Drittel des Buches "Der kleine Hobbit" (J.R.R. Tolkien), das dem Film natürlich zu Grunde liegt.

Technik

Kommt jetzt, drei Jahre nach dem überwältigenden 3D-Revival durch Avatar (James Cameron, 2009), die nächste große Technik-Revolution im Film? Der Hobbit wurde nämlich in 48 FPS gedreht, was in etwa dem Fernsehstandard entspricht. Demzufolge soll die HFR-Version (HFR: High Frame Rate) etwas weniger "Fantasy-mäßig" und etwas mehr wie eine Dokumentation vom Bild aussehen. Dazu kann ich meinen Senf leider nicht abgeben, da ich ihn mir nur in 3D und nicht mit HFR gegeben habe.
Allerdings sahen in der, von mir besuchten, Vorstellung einige schnelle Kameraschwenks recht verwaschen aus und würden mit einer höheren Framerate eventuell eine bessere Figur machen. Es kann aber auch sein, dass der Eindruck durch die schlecht bis gar nicht gereinigten, sprich verschmierten, 3D-Brillen zustande kam.
Ansonsten muss ich das Film-Team allerdings für ihre einwandfreie Performance loben. Ich habe kaum Filmfehler bemerkt, die Beleuchtung war grandios und der Sound wundervoll. Was mich zum nächsten Punkt bringt.

Atmosphäre

Das Mittelerde-Feeling ist sofort wieder da. Kaum eine andere Filmwelt schafft es, mich so in ihren Bann zu ziehen, wie Jacksons Tolkien-Universum.
Einen großen Teil trägt dazu die Musik bei. Zwischen die neuen Themas, vor allem bestimmt vom neuen Zwergen-Einsamer-Berg-Gefährten-Ding, das aus Abwandlungen des Liedes besteht, das man auch schon aus den Trailern kennt, mischen sich immer wieder altbekannte Stücke, wie das Auenland-Thema, das mir als HdR-Fanatiker schon fast eine Rührungsträne in die Augen treibt. Aber nur fast!
Die generelle Atmosphäre ist, im Vergleich mit der "Herr der Ringe"-Trilogie, deutlich heller und fröhlicher. Das mag manchen vielleicht abschrecken, aber ich finde es gerechtfertigt. "Der kleine Hobbit" ist ein Kinderbuch, dass Tolkien für seine eigenen Kinder geschrieben hat. Dagegen entstand "Herr der Ringe" als Buch für Erwachsene und als Rahmen für Tolkiens fiktive Mythen und Sprachen.
War Gimli schon in Herr der Ringe für den "Comic Relief" zuständig, hat es Jackson dieses Mal schon stark an die Grenze getrieben, mit der Tollpatschigkeit und Eigenwilligkeit der Zwerge. Auch einige der anderen Charaktere sind lustiger dargestellt, als ich es erwartet hätte.

++++FETTE SPOILERWARNUNG FÜR DEN NÄCHSTEN ABSATZ++++

FALLS IHR NICHT GESPOILERT WERDEN WOLLT, WAS BESONDERHEITEN DES FILMS ANGEHT, SOLLTET IHR DEN NÄCHSTEN ABSATZ NICHT LESEN UND WEITER NACH UNTEN ZUR WERTUNG SCROLLEN.

++++FETTE SPOILERWARNUNG FÜR DEN NÄCHSTEN ABSATZ++++




Story und Lore

Nochmal die kleine Warnung: Überlegt es euch gut, ob ihr das jetzt lesen wollt, einige Dinge könnten euch spoilern, selbst wenn ihr "Der kleine Hobbit" gelesen habt.
Falls ihr weiterlest, dann auf eigene Verantwortung.

Was mich etwas überrascht hat, war die Einbindung Radagasts in den Film und gleichzeitig seine recht "lächerliche" Porträtierung seiner Figur. Immerhin ist er einer der fünf Istari und ihn mit Vogelkot am Gesicht darzustellen, fand ich etwas unpassend. Er ist durchaus eine eigenwillige Figur, Einsiedler und spricht mit Tieren, hat aber durchaus große Macht und verteidigt den Düsterwald vor den Geschöpfen Saurons während "Die Gefährten".
Ansonsten bin ich äußerst zufrieden mit Peter Jackson, der dieses Mal nicht mal etwas ausgelassen, sondern mit der Episode zu Dol Guldur und einigen Anspielungen auf "Die Gefährten" die Geschichte sogar noch ausgeschmückt hat. Muss er auch, da er ja drei Teile aus "Der Hobbit" machen will. Ich bin besonders gespannt, wie und ob (hoffentlich) er Beorn einführt und ob Smaug so clever-gefährlich dargestellt wird, wie im Buch. Er spricht nämlich in Teil 1 noch nicht.





++++SPOILER ENDE++++

DER OBERE ABSATZ SOLLTE NICHT GELESEN WERDEN, FALLS MAN SPOILERFREI BLEIBEN UND DEN FILM SELBST SEHEN MÖCHTE!

++++SPOILER ENDE++++



Fazit und Wertung 

Peter Jackson liefert erneut ein Meisterwerk ab. Als Fantasy-Fan taucht man sofort wieder in die Welt von Mittelerde ein und die drei Stunden Film vergehen wie im Flug.
Für junge Zuschauer eher zu empfehlen, als die "Herr der Ringe"-Trilogie und für Tolkien-Liebhaber eh ein Muss. Menschen ohne derart Interessen sollten sich den Film natürlich eher nicht anschauen. Ich geh ja auch nicht in ein Esoterik-Drama.
Desweiteren ist das 3D aber gelungen, die Handwerksarbeit tadellos.
Ganz klar einer der besten Filme des Jahres, wenn nicht der beste. Vor allem im Fantasy-Genre kann ihm wieder niemand das Wasser reichen.

Wertung: 90/100 (ohne HFR)

Sonntag, 9. Dezember 2012

Ankündigung

Aloha aus dem etwas beschneiten Köln.

Auch wenn diesen Blog gefühlt niemand liest, werden ich versuchen in den nächsten Tagen/Wochen/Jahrzehnten sowas wie eine Serie herauszubringen.
Das ganze soll sich mit Themen wie Ethik, Politik, Religion und Gesellschaft beschäftigen und meine eigene Sichtweise aufs Leben abbilden.
Dementsprechend werden das dann auch etwas längere Texte sein, die nicht mal so eben in zwei Stunden zu schreiben sind, weiß also noch nicht, wann der erste fertig ist, auch wenn das Brainstorming schon begonnen hat. Der erste Eintrag der Reihe wird sich mit dem Thema "Leben ohne Gott", auch wenn mir, abgesehen von meiner Freundin, eh fast nur Atheisten/Agnostiker folgen.
Aber das ist ein Thema, das mich interessiert, zu dem ich diskutieren kann und das mir wichtig ist.

Zweite Sache, die ich ansprechen wollte: Falls mal jemand von euch in den Genuss eines Blogtags oder so kommt, darf man den gerne an mich weiterleiten.
Das ganze dient eigentlich nur, ein bisschen Leben in den Blog zu bringen und mich selbst im Schreiben zu üben. Als angehender Journalist sollte ich sowas können. Darauf bezogen muss ich mich eigentlich für meinen letzten Eintrag Zu zweit allein entschuldigen, rhetorisch war der nämlich furchtbar. Das resultiert aber daraus, dass ich ihn nicht zusammenhängend geschrieben habe (sprich: über mehrere Tage) und nur möglichst schnell eine Art Statusupdate auf meinem Blog wollte. Die nächsten werden wieder angenehmer zu lesen, versprochen.

MfG

Dienstag, 4. Dezember 2012

Zu zweit allein

Gerade chillt man noch gemütlich in seinem Zimmer, neben sich einen großen Stapel Schulsachen voller ungemachter Hausaufgaben und auf einmal tauscht man das gemütliche Heim bei den Eltern gegen eine kleine Wohnung in einer Großstadt.
Fragt mich jetzt bloß nicht warum. Die Tatsache, dass ich hier meine Wäsche selber waschen muss, wäre normalerweise schon genug, um mich für den Rest meines Lebens wieder in das bezahlte Reihenhaus meines Vaters zu treiben. Trotzdem sitze ich jetzt seit Anfang September hier in Köln in einer Einraumwohnung nahe der Uni und studiere Geschichte und Philosophie, in der Hoffnung, mal nicht als Langzeitarbeitsloser zu enden.
Aber: Ich wohne ja nicht alleine. Also schon, wenn man das "alleine" als ohne Eltern definiert, aber ansonsten habe ich dann meine Freundin an meiner Seite.
Erstaunlicherweise klappt das auch ganz gut, ich bin wohl etwas selbstständiger als ich dachte und wir haben uns noch nicht das Geschirr um die Ohren geworfen, weil jemand nicht abgespült hat. Aber das mach ja eh immer ich. Manchmal sogar freiwillig.
Was die Universität angeht, muss ich sagen, dass mir die Schule doch irgendwie lieber war. Oder habe ich als Teenager einfach besser Freundschaften geschlossen? (Kann irgendwie nicht sein, wenn ich mich so an mein damaliges Ich zurück erinnere.) Alles ist so hektisch, man kennt nicht mal die Namen von den Leuten, neben denen man sitzt. Wobei die Sitzordnung sowieso in den meisten Veranstaltungen von Woche zu Woche wechselt.
Übersieht man allerdings mal die mit über 300 Menschen vollgestopften Hörsäale, habe ich es doch tatsächlich schon geschafft mir in den Seminaren feste Sitzplätze/Sitznachbarn zu sichern. Wu - fucking - huu.
Von manchen kenn ich sogar schon die Namen. Da ich alle Veranstaltungen der Einführungswoche geschwänzt habe, ist es vermutlich kein Wunder, dass ich etwas länger brauche.
Aber mal sehen. Bald (sprich: am 12.12.) habe ich ein Tutoriumstreffen. Sehr geil. Mit Trinken gehen und so. Mal schauen was daraus wird.

Dienstag, 15. Mai 2012

Guild Wars 2 - Der erste Eindruck

Nachdem ich auf Grund einiger Probleme mit der Verkaufsseite von GW2 hatte, konnte ich nicht mehr am ersten BWE Ende April teilnehmen. Glücklicherweise entschied sich ArenaNet dazu, am 14. Mai von 20:00 Uhr bis 3:00 Uhr MESZ einen Stresstest für die Server durchzuführen. Dabei sollten vor allem die Kapazität und Stabilität geprüft werden. Für das Event benutze man den ersten Beta-Build, der also auch schon am 27.04. zum Einsatz kam. Gewissermaßen habe ich somit doch die erste Beta gespielt.
Ich habe mich sehr auf das Spiel gefreut und muss sagen: man hat mich nicht enttäuscht.
Zwar mussten sich, inklusive mir, viele Tester durch Bugs bei der Charaktererstellung kämpfen, da diese immer mal wieder in einem Blackscreen mündete, aber dann war ich soweit, dass mein Norn-Nekromant sich auf den Weg machen konnte:


Und es hieß: "Das ist meine Geschichte!"


Ich habe auf "Beste Performance" gespielt, da das Spiel momentan noch exklusiv über CPU läuft und ich keine zusätzlichen Lags riskieren wollte, die schon durch die Serverbelastung auftraten.
Zum ersten muss ich sagen, dass das HUD wahnsinnig geil ist. Der Artstyle von Guild Wars mit den gemalten Menüs und Fähigkeiten sieht einfach wunderbar aus und schafft eine sehr stimmige Atmosphäre. Die Welt selber konnte ich dank niedriger Grafikeinstellungen natürlich nicht so sehr bewundern, allerdings muss man sagen, dass die Städte sehr belebt wirken. Überall hört man im Vorbeilaufen kleine Gespräche oder man drückt einfach dauerhaft "F" und begrüßt damit immer wieder NPCs, die in der Nähe stehen.


Die qualitativ hochwertige Vertonung steuert dabei einiges zur Stimmung bei, allerdings sind einige Dialoge und teilweise auch Zwischensequenzen noch nicht vollständig lokalisiert und so hat man dann zum Beispiel zwei NPCs, von denen einer Deutsch und der andere Englisch spricht.
Ansonsten macht es aber schon Spaß, einfach durch die Welt zu laufen und diese zu erkunden, sogenannte "Unentdeckte, interessante Stellen" abzuklappern und Fähigkeitspunktherausforderungen abzuschließen. So habe ich beispielsweise etwa die letzte Stunde damit verbracht die Norn-Hauptstadt Hoelbrak zu erforschen.


Das führt mich wiederum zum nächsten Punkt: Quests. Es gibt nämlich keine, abgesehen von der persönlichen Geschichte, die durch instanzierte Missionen fort geführt wird. Allerdings wird man nicht mal dazu gezwungen. Es ist vermutlich sogar möglich sein ganzes Guild-Wars-Leben damit zu verbringen Kräuter zu sammeln oder Bäume zu fällen und zu craften, ohne seine persönliche Geschichte weiter zu erleben. Allerdings ist mir nicht bekannt, ob diese nötig ist, um Zugang zu gewissen Gebieten oder Kartenabschnitten zu bekommen.
Im Grunde ist Guild Wars 2 ein einziges Grinding-MMO. Zwar gibt es auch XP für das Entdecken von Orten, aber zum Beispiel kann man Fähigkeiten nur durch Kampf freischalten (dazu später mehr). Gelenkt wird man dabei praktisch nicht. Zwar führt einen die persönliche Geschichte, oder "Legende", wie es das Spiel nennt, quer über die Karte, aber die Massenevents findet man meist dadurch, dass man (fast) ziellos die Umgebung erforscht. Und das macht auch noch Spaß. Ich hatte noch nie soviel Motivation in einem MMO einfach nichts zu tun und nur durch die Gegend zu laufen.






Zu den Kämpfen muss ich sagen, dass ich endlich nicht mehr gezwungen bin, stehen zu bleiben und ich tu es trotzdem. Man ist so daran gewöhnt, dass man gechannelte Fähigkeiten durch eine Minibewegung unterbrechen kann, dass man sich schon fast gar nicht mehr traut WASD anzufassen. ABER: Man darf endlich laufen, während man castet. Es ist sogar zu empfehlen, weil man Autoattacks (also die Fähigkeiten auf 1) durch weglaufen/-rollen ausweichen kann. Ein Pfeilschuss, der mich nicht um zwei Ecken rum trifft, sondern hinter mit in den Baum einschlägt. Es ist einfach wundervoll (Rollen bricht Fähigkeiten übrigens ab).


Bei den Skills gibt es auch eine Besonderheit, die ja auch schon in diversen Previews und Beta-Reviews erwähnt wurde, die ich aber, der Vollständigheit halber, nicht auslassen möchte. Für jede Klasse gibt es ein paar Waffen, beispielsweise Dolch, Zepter, Axt und Stab für den Nekro, die in der Haupthand ausgerüstet werden und wiederum welche, die für die Nebenhand ausersehen sind, sowie Fokus, Dolch und Kriegshorn. Für jede diese Waffen (beim Dolch ist es dann eben abhängig von der Position) gibt es ein eigenes Skillset. Drei Skills, die durch die Haupthand, und zwei, die durch die Nebenhand bestimmt werden. Der Stab bildet eine Ausnahme, da er zweihändig ist. So beginnt man sein Spiel lediglich mit einer Haupthandwaffe und hat nur deren erste Fähigkeit (gewissermaßen die Standardangriffe), sowie die erste Heilfertigkeit, freigeschaltet. Je mehr Gegner man mit dieser Waffe tötet, desto weiter rückt der Fortschrittsbalken auf der zweiten Fähigkeit vor und schaltet diese schließlich frei, bis alle fünf Fähigkeiten verfügbar sind, vorausgesetzt man hat eine Nebenhandwaffe ausgerüstet. Ich habe in den 7 Stunden, in denen die Server online waren, die meiste Zeit damit verbracht, alle Waffenfähigkeiten freizuschalten, bis auf das Kriegshorn, da keins gedropt ist.


Die Waffenfertigkeiten bilden jedoch nur die linke Seite der Fähigkeitenleiste. Auf der rechten Seite finden sich all die Skills, die mit Fertigkeitspunkten freigeschaltet werden können. Felder dazu werden mit den Leveln 1, 8, 10, 20 und 30 freigeschaltet. Der erste verfügbare Platz enthält den Heal, die nächsten drei sind frei belegbar und auf dem letzten Feld ist Platz für die Elitefertigkeit. Dazu zählt dann zum Beispiel für Vorkäufer der Digital Deluxe Version das Beschwören eines Nebelwolfes als Kampfgefährten.
Ich muss sagen, ich hatte seit langem nicht mehr so lange durchgängig Spaß mit einem Spiel und das trotz der Lags und Bugs, die zwischendurch immer mal wieder auftraten. So blieb beispielsweise der Ladebildschirm für die nächste Instanz der persönlichen Geschichte gerne mal bei 95% hängen.
Das letzte Vollpreis-MMORPG, das ich gespielt habe, war Aion (wenn auch erst nach der F2P-Umstellung, aber das ändert ja nichts am Gameplay und der Grafik) und das war bei weitem nicht so gut, wie Guild Wars 2.
Falls die Leute bei ArenaNet weiter so gute Arbeit machen, die Bugs fixen und die Server zum Spielstart rundlaufen (Headstart ftw!), erwarte ich Wertungen im Bereich zwischen 85 und 92 bei den einschlägigen Magazinen.
Jetzt heißt es allerdings erstmal warten, auf das nächste Beta-Weekend, dass vermutlich Anfang Juni irgendwann stattfinden wird. Dann werden die Charaktere aus der ersten Beta gelöscht und ich werde vermutlich einen menschlichen Waldläufer ausprobieren. Meine Wunschkombi, der Charr Krieger, muss noch bis zum Spielstart warten.

Montag, 16. April 2012

auch

16.04.2012: Drei Tage nach Erscheinen ist das neue Album "auch" der Berliner Punkrockband "die Ärzte" dann auch mal bei mir gelandet. Da diese Gruppe seit Jahren meine Lieblingsband ist, hatte ich mich schon wahnsinnig auf das neue Album nach fast fünf Jahren Sendepause (2007 das letzte Album "Jazz ist anders"). So lag es dann also auf meinem Schreibtisch...



Die Verpackung ist eine Pappschachtel, die als Spielepackung aufgemacht ist, denn der Clou ist:

Das Album ist gleichzeitig auch noch ein Spiel. Das Booklet ist das Spielbrett, die CD die Drehscheibe und als Spielsteine dienen drei Kronkorken mit den Buchstaben "b", "f" und "r" darauf (was das wohl heißen mag). Zumindest bei der Verpackung haben sie sich diesmal also schon selbst übertroffen.

Die Titel befinden sich, wie bei "Jazz ist anders" auch schon, auf der Seite der Verpackung. Die Texte kann man auf der Rückseite des Spielfeldes nachlesen:

Zusammen sieht das dann so aus:

Wem das jetzt zu kindisch erscheint, den kann ich beruhigen. Die insgesamt 16 Lieder sind nicht so verspielt. Und das obwohl das Album ein wenig experimentell erscheint, nach inzwischen 30 Jahren Bandgeschichte (26, wenn man die vier Jahre Trennung rausnimmt), wird es wohl schwer sich immer neu zu erfinden. Geschafft haben sie es trotzdem. Das ist vermutlich auch der Tatsache zu verdanken, dass Rod auf dem neuen Album wesentlich präsenter wirkt, als noch auf "Jazz ist anders". Drei Lieder stammen aus seiner eigenen Feder, bei zwei weiteren hat er mitgearbeitet. Damit liegt er zwar immer noch auf dem dritten Platz (Bela: 6 Beteiligungen, Farin: 8 Beteiligungen), aber man nimmt ihn wesentlich eher wahr. 
Im Folgenden gebe ich dann noch eine kurze Bewertung zu den einzelnen Songs ab.

1. Ist das noch Punkrock? (Urlaub)
 Typisches Lied von Farin. Rockiger Gitarrensound in den Strophen, der im Refrain sehr gedämpft ist. Eine durchaus gute Eröffnung für das neue Album. Erinnert, wie viele der neuen Sachen, an die Solostücke von FU.

2. Bettmagnet (Felsenheimer)
Musik zum mitwippen, aber mit einem gesellschaftskritischen Thema, bei dem man dann schon beim ersten Hören ins Nachgrübeln kommt. Hängen wir selber nicht auch immer öfter und länger faul zu Hause anstatt wirklich etwas zu machen?

3. Sohn der Leere (González)
So ganz habe ich noch nicht erschlossen, worum es in dem Lied geht, aber das geht mir bei Rod manchmal so. Einen ähnlichen Eindruck hatte ich, als ich das erste Mal "Rock'n'Roll Übermensch" hörte. Klingt aber schon deutlich nach "die Ärzte".

4. TCR (Urlaub)
Farin vermischt hier ein paar verschiedene Stile, singt seinen eigenen Chor und redet in selbstironischer Weise davon, wie unintelligent ihre Musik ist, behält dabei aber trotzdem einen optimistischen Unterton.

5. Das darfst du (Felsenheimer)
Erinnert vom Text ein bisschen an "Lied vom Scheitern", ist aber doch sehr eigen. Gefällt mir.

6. Tamagotchi (González/Felsenheimer/Urlaub)
Ja. Ein Lied über ein billiges, japanisches Kinderspielzeug. Naja, nicht ganz. Letztlich eine Parabel auf die Ungewissheit eines Vaters, der nicht weiß, was sein Kind macht. Da meines Wissens nur Bela einen Sohn hat, ging die Idee wohl von ihm aus.

7. M&F (Urlaub)
Kennen wir sie nicht alle? Diese nervigen Pärchen, die sich in aller Öffentlichkeit abschlabbern. Ich gehöre ja jetzt dazu, also muss ich ein bisschen aufpassen, was ich sage. Auf jeden Fall kommt hier wieder Farins Humor deutlich zur Geltung. Klingt da vielleicht ein bisschen Neid auf Liebespaare durch? Man weiß es nicht...

8. Freundschaft ist Kunst (Felsenheimer)
Obwohl es von Bela ist, dominiert das Schlagzeug nicht komplett. Das Lied selber zeigt mal wieder, wie sehr sich "die Ärzte" vom politisch unterlegten Punk abheben und dass sie ihre Musik eigentlich nur zum Spaß machen. Und vielleicht noch um ihren Lebensunterhalt zu finanzieren.

9. Angekumpelt (González/Urlaub)
Das ganze ist ein Lied über falsche Freunde, mit denen sich berühmte Perönlichkeiten, wie unsere drei Lieblingsmusiker, vermutlich öfter rumschlagen müssen. Denn was nützt einem ein Freund, wenn man hinter seinem Rücken eh nur über ihn lästert und ihn eigentlich gar nicht leiden kann?

10. Waldspaziergang mit Folgen (Urlaub)
 Für einen intelligenten Menschen, egal ob gläubig oder nicht, ein sehr amüsantes Lied. Dumme Menschen verstehen vermutlich nicht, worum es geht. Und, weil ich dumme Menschen nicht mag, erkläre ich das jetzt auch nicht weiter. Ätsch!

11. Fiasko  (Urlaub) 
Da singt wohl jemand aus Erfahrung. Farin hat ja schon in "Ich gehöre nicht dazu" zugegeben, dass er nicht tanzen kann. Beim Frauen ansprechen hat er anscheinend ähnliche Probleme. Aber da ist er ja bei uns Nerds in guter Gesellschaft.

12. Miststück (Felsenheimer)
Die Ex-Frau/-Freundin ist ja auch eine ganz furchtbare Bitch. Und wiederhaben möchte man die auch gar nicht... oder? Musikalisch haben wir hier einen recht ruhigen Beat, hauptsächlich durch das Schlagzeug definiert, der zum Mitsingen einlädt. Ich als seriöser Mensch tue sowas aber natürlich nicht.

13. Das finde ich gut (González)
 Hier geht es um den Tod. Und darum, dass man im Tod letztlich glücklich ist. Ist allerdings, wie ich finde, eines der schlechteren Lieder auf der CD, weil es nicht so ganz in den Grundton der anderen Lieder passen will.

14. Cpt. Metal (Urlaub)
Eine harte Gitarre. Schnelles Schlagzeug. Liebe <3. Eins der besten Lieder auf dem Album. Anhören, vergessen das es schlechte Musik gibt, glücklich sein.
15. Die Hard (González)
Das beste Lied von Rod auf dem Album. Wollten wir nicht alle schonmal unsere Feinde mit Wattebällchen bewerfen, bis sie sterben? (Im beiliegenden Spiel darf man das sogar machen)

16. zeiDverschwÄndung (Felsenheimer)
Schon wieder ein Lied, dass andeuten könnte, dass die Laufbahn der "die Ärzte" bald zuende ist. Denn sollten wir langsam nicht alle etwas besseres zu tun haben, als "die Ärzte" zu hören? Es gab ja 2003 schon Gerüchte, nach den letzten Zeilen von "Nichtwissen". Seitdem sind 9 Jahre und zwei Alben verstrichen. Erstmal werden die drei Herrschaften ihre Tournee zu Ende führen und dann heißt es auch nach den Konzerten (hoffentlich) noch: "Das Ende (ist noch nicht vorbei)".

Donnerstag, 23. Februar 2012

Dieser Moment,...

Dieser Moment,...

... wenn du dich im Kino zu ihr herunterbeugst und ihr euch das erste Mal küsst.
... wenn du ihr am nächtlich beleuchteten Rheinufer eine Liebeserklärung machst.
... wenn sie deine Liebe erwidert.
... wenn du zwei Tage nur noch Händchen haltend rumläufst.
... wenn du wegen ihr fast 48 Stunden den PC nichtmal anguckst.
... wenn du merkst, dass alles nach ihr riecht.
... wenn sie wieder nach Hause fährt und du viel zu lange warten musst, bis du sie wieder siehst.

Ich liebe dich <3

Samstag, 21. Januar 2012

Der Waffenlehrling

Eine alte Kooperation zwischen mir und einem Freund. Wir waren jung und wir fanden es lustig.

Der Waffenlehrling

Ist der alte Waffenmeister
wieder einmal weggeblieben!
Und nun sollen seine Kugeln
auch nach meinem Willen fliegen.
Seine Art und Weise
merkt ich und die Wort',
wie er lud die Schmeißer
und ich seh' sie dort.

Fliege! Fliege!
manche Strecke,
dass, zum Zwecke,
Blut vergieße
und mit reichem, vollem Schwalle [!]
zu der Lache sich ergieße.

Und nun komm, du Platzpatrone!
Nimm die schlechten Leichtblechhüllen;
warst schon auf dem Zahn die Krone;
Nun erfülle meinen Willen!
Vorne du nicht biegen,
hinten seist du flach,
Vorn mit Kappe sollst du fliegen
vermies dem Feind den Tach!

Fliege! Fliege!
manche Strecke,
dass, zum Zwecke,
Blut vergieße
und mit reichem, vollem Schwalle [?]
zu der Lache sich ergieße.

Seht, sie fliegt dem Feind entgegen,
wahrlich! ist schon an dem Kropfe,
und mit Blitzesschnelle wieder
ist sie hier an meinem Kopfe.
Und dass zu meinem Frust!
Wie mein Arm mich quält!
Wie sie meine Brust
wieder mal durchschlägt!

Stoppe! Stoppe!
Denn wir haben
deiner Gaben
vollgemessen! -
Ach, ich merk es! Wehe! Wehe!
Hab ich doch das Wort vergessen!

Ach, das Wort, worauf am Ende
sie das wird, was sie gewesen!
Ach, sie fliegt und zischt behände!
Wärst du doch der Sondermülle!
Immer neue Güsse
spritz' ich in die Gegend
ach! und hundert Schüsse
bohren sich durch mich.

Nein, nicht länger
kann ich's lassen;
will sie fassen.
Das ist Tücke!
Ach! nun wird mir immer bänger!
Welche Spitze! Welches Zischen!

O du Ausgeburt der Hölle!
Soll das ganze Haus verschmutzen?
Rote Flüss' auf jeder Schwelle -
Herr Gott! Gleich muss ich noch putzen!
'n verkohltes Bleiteil,
das nicht hören will!
Schrott, gemacht von Meisters Feil',
steh doch wieder still!

Willst's am Ende
gar nicht lassen?
Willd ich fassen,
will dich halten
und den alten Stahl behände
mit dem Brennerstrahle spalten.

Seht, da kommt sie zischend wieder!
Wie ich mich zum Brenner schlage,
gleich, o Kugel, liegst du nieder;
krachend trifft der heiße Strahle.
Wahrlich! brav getroffen!
Seht, sie ist entzwei!
Und nun kann ich hoffen,
und ich atme frei!

Wehe! Wehe!
Beide Teile
steh'n in Eile
schon als Bieste
völlig fertig in die Höhe!
Helft mir, ach, ihr Notfalldienste!

Und sie fliegen! Nass und nässer
wird's im Saal und auf den Stufen.
Welch entsetzliches Geblute!
Herr und Meister! Ich verblute! -
Ach, da kommt der Meister!
Herr die Not ist groß!
Die ich rief, die Kugeln
werd ich nun nicht los.

"In die Ecke,
Ihr Patronen!
Seid's gewesen.
Denn als Geister
ruft euch nur, zu einem Blutbad,
erst hervor der Waffenmeister.

Ich bin schon eine kranke Person.... Huch, wo kommen denn auf einmal die Leute mit den weißen Jacken her? Hey, was soll das? IKJawdnaisQ"... Hilfe!! oidadinaw Lasst mein Einhorn in Ruhe! dawiak...

Freitag, 30. Dezember 2011

Das Jahr 2011 - an obvious review of the year

Das Jahr 2011. Eigentlich ein ziemlich gemischtes Jahr...
Mir fällt außerdem auf, dass ich gar keine Lust habe, das ganze Jahr in seinen Einzelheiten zu beschreiben, es lässt sich aber ganz gut in zwei Teile teilen:
Die erste Hälfte war privat mies, dafür schulisch sehr gut.
Die zweite Hälfte war privat sehr gut und schulisch etwas schlechter.
Und für 2012 wünsche ich mir ein gutes Abitur, Weltfrieden, das Ende von Hungersnöten in der dritten Welt, die Wiedervereingung Koreas, die komplette nukleare Abrüstung aller Militärs, das Ende von Hungersnöte, den Ausbau von erneuerbaren Energien, die Durchsetzung von Demokratie auf der ganzen Welt und Heilmittel für Krebs und AIDS.








Und sie...


Sonntag, 20. November 2011

Mein Herz

Habe gerade ein altes Gedicht von mir ausgegraben, dass ich in der siebten oder achten Klasse geschrieben habe und dachte mir, ich teile das einfach mal mit der Welt.



Mein Herz

Ein Ort ohne bestimmte Lage
Hält in meinem Körper die Waage
Zwischen Seele und Verstand.

Fühl ich mich gedrängt an die Wand,
Bleibt mir noch der eine Rückzugsort,
Denn in meinem Herzen dort,

Dort bin ich ganz für mich allein.
Außer mir kommt da keiner rein!

Meine Bindung zu dem Raum
Kann man wohl beschreiben kaum.

An den Wänden in Regalen
Stehen Bücher wie auf Skalen.
Dicht an dicht steh'n sie gedrängt,
Trotzdem sind sie nicht eingeengt.

Eine Welt in jedem Buch
Gebunden in Leinen und in Tuch.
Vernäht mit einem (roten) Faden,
Das gereicht dem Buche nicht zum Schaden.

Das Firmament gemalt an die Decke
Von einer in die and're Ecke.

Fenster geben einen Blick
Auf's Wattenmeer mit seinem Schlick,
Auf die Berge grün und grau,
Vorbei stolziert der Pfau
In exotischen Gärten,
Eine neben der and'ren stehen Lärchen.

Eine Wand der Musik gehört,
Die mich an fremde Orte entführt.

Nur die Tür bringt mich ins Alltagsgrau zurück.
Manchmal öffnet sie sich Stück für Stück,
Mal wie der Wind so schnell.

Um mich herum wird es dann hell,
Dann steh ich in der Wirklichkeit wieder,
In der Ferne hör ich den Nachklang leiser Lieder.

So denke ich im Stillen:
Ginge es nach meinem Willen,
Dann wäre ich für immer dort,
An diesem wundervollen Ort!


Sonntag, 18. September 2011

Meine Meinung zu Apple-Produkten.

Wer mir auf Twitter folgt, wird gemerkt haben, dass ich eine gewisse Abneigung gegen alle möglichen Produkte mit dem weißen Apfel hinten drauf hege. Da das schon des öfteren zu Diskussionen geführt hat, versuche ich mal meinen Standpunkt auszuführen, damit ihr versteht, warum ich niemals einen Mac kaufen würde.

1. Der erste Punkt, der mir an Apple nicht gefällt, ist die Firmenphilosophie. Alles, was in irgendeiner Form in deren Geräte eingebaut wird, lassen sie patentieren und verklagen jeden, der es auch benutzt oder vielleicht sogar schon vorher benutzt hat. Für die Weitergabe der Patente verlangen sie dann natürlich Unmengen an Kohle, weil sie genau wissen, dass viele Firmen ohne die Erlaubnis die Sachen zu benutzen, gar nicht anständig arbeiten könnten. Zum anderen wird jede Sache, die Apple bei neuen Produkten als großartigste Neuerung diesseits des Galaxiezentrums angepriesen. Dabei ist Macintosh fast nie die Firma, die zuerst mit einer Sache arbeitet, aber durch ihr weitreichendes Marketing stellen sie es dann so dar.

2. (Achtung, dieser Teil enthält etwas Mathematik, nur so als Warnung)
Eigentlich das wichtigste Argument ist der Preis. Ich führe einfach mal einen Vergleich an, zwischen einem iMac, einem PC mit der selben Ausstattung und einem PC, den ich für den Preis des iMac bekommen könnte.

Zuerst der iMac. Der preiswerteste Standard-iMac kostet 1.149,00 € und besitzt folgende Ausstattung:


  • 2x 2GB DDR3-1333 RAM 
  • 2,5 GHz Quad Core Intel Core i5
  • 500GB SATA-Festplatte
  • AMD Radeon HD 6750M 512GB GDDR5
  • 21,5"-Monitor mit integrierter Webcam
  • Maus und Tastatur
Bauen wir uns das mal auf Alternate zusammen (jeweils die preiswerteste Lösung):


  • 2x 2GB DDR3-1333 RAM = 17,98€
  • 2,5 GHz i5 = 184,90€ (der i5 mit 3,2 GHz kostet übrigens 30€ weniger)
  • 500GB HDD = 33,49€
  • AMD Radeon HD6750M = 79,90€ (die Version mit doppelt so viel VRAM kostet gerade mal 8€ mehr)
  • Monitor = 102,90€
  • Webcam = 10,99€
  • Maus = 2,99€
  • Tastatur = 4,99€
Macht zusammen exakt... *Taschenrechner rauskram* ...438,14€ *Zahl kurz wirken lassen*
Und ihr wollt wirklich 1149,00€ - 438,14€ = 710,86€ für ein Betriebssystem bezahlen (behandle ich gleich auch noch mal extra)? Natürlich sind die Preise jetzt auch Extrembeispiele, aber selbst mit "anständiger" Hardware kommt man bei gleicher Leistung auf vielleicht ~700€, was immer noch 400€ für das Betriebssystem macht (außerdem fehlen in meiner Berechnung oben Netzteil und Mainboard). Zum Vergleich, die übliche Windowsversion Win7 Home Premium kostet 79,90€.
Und weil das so Spaß gemacht hat, bauen wir jetzt mal einen PC, der ~1149€ kostet.


  • 2x 4GB DDR3-1333 RAM = 52,90€
  • i7-2600K 3,4 GHz = 274€
  • 1,5TB HDD = 54,90€
  • Sapphire HD6850 1024MB GDDR5 = 129,90€
  • 22" BenQ-Monitor = 112,90€
  • Gehäuse = ~50€
  • Netzteil be quiet! 750W = 179,90€
  • LG DVD Brenner = 17,99€
  • Gigabyte GA-Z68 = 274€
Macht zusammen 1150,90€. Und das ist ein vollwertiger Gaming-PC, mit ner Menge Rechenleistung. Im Gegensatz zu dem Mac *hust, hust*.
Womit wir dann auch schon beim letzten Punkt wären, nämlich....

3. ...das Betriebssystem. Wie durch den letzten Abschnitt, wie ich finde, recht einleuchtend dargestellt wurde, gibt eigentlich nur zwei Gründe einen Mac zu kaufen. Entweder, Windows ist einem zu Mainstream (wobei es inzwischen so viele Leute mit MacBooks gibt, dass das gar kein Argument mehr für Hipster sein kann), oder man findet das Betriebssystem toll.
Zum Vergleich von Win7 und OS X 10.6 empfehle ich einfach mal folgenden Artikel:
   >Vergleich: Windows 7 gegen Mac OS
Ich werde jetzt nur mal meine persönlichen Erfahrungen mit der Apfelumgebung schildern.
Soweit ich das beurteilen kann, laufen beide Programme etwa gleich schnell. Mag ja sein, dass das früher anders war, aber Microsoft hat mit Windows 7 einen riesen Schritt nach vorne gemacht, sowohl technisch als auch optisch.
Auch die Bedienung ist nicht wirklich unterschiedlich schwer. Dank der vergrößerten Taskleiste, Sprungliste bei den Icons in der Taskleiste oder Bibliotheken im Explorer, die Daten- und Programmverwaltung geht schneller von der Hand als jemals zuvor. Minuspunkt für Apple: das komische Gehüpfe der Icons auf dem Dock geht mir ziemlich auf die Nerven.
Ansonsten wird immer wieder das Argument angeführt, dass Videobearbeitung, Photoshopping etc. auf einem Mac schneller geht. Da ich dazu nicht viel erfahrungsmäßig beitragen kann, sag ich dazu nur eins. Auf meinem PC (der sich hardwaretechnisch nicht großartig von dem oben unterscheidet) kann ich Fraps-Videos von ~15min in <1min rendern. Und für das bisschen mehr an Schnelligkeit 400€ zu bezahlen (siehe oben) ist meiner Meinung nach unnötig.

tl;dr Mac ist einfach zu teuer für das, was es bietet.


Wer kommentieren möchte darf das gerne tun, nur dann bleibt bitte ernst und führt eure Argumente auch aus.
Mfg

Sonntag, 31. Juli 2011

FanFiktion.de

Nachdem YahaTsei, die meisten von euch dürften ihn kennen, begonnen hat eine Fanfiction über Transformers zu schreiben, erwachte auch in mir wieder die Lust, meine Kreativität in Form von Worten auf Papier zu bringen. Nun ja, nicht direkt Papier, aber das Wichtige ist das Schreiben.
Und nach ein paar Tagen Brainstorming, Schreibblockade und -fluss ist jetzt das erste Kapitel meiner eigenen FF fertig. Wer mag, darf sie sich gerne durchlesen und mir konstruktive Kritik auf fanfiktion.de, Twitter oder sonst wo geben.
Hier ist der Link: Die Reiter Rohans
Und ja, ich weiß, dass die HdR-Ecke gewissermaßen ausgelutscht ist, aber bitte lasst mir meinen Spaß ;)

Donnerstag, 16. Juni 2011

Krieg der Hacker?!

Was macht man mit Leuten, die Verbrechen begehen? Man nimmt sie fest und führt sie dem Richter vor.
Aber was macht man mit Leuten, die ein Verbrechen begehen und sich nicht finden lassen? Vor dem Problem stehen die Polizeikräfte der meisten Staaten heutzutage im Angesicht der Cyberkriminalität. Zwar zeigen Beispiele, wie etwa die illegale Streamingplattform kino.to, dass es nicht unmöglich ist die Hintermänner aufzuspüren, aber aufgrund mangelnder Experten im IT-Bereich hat unter anderem auch unser geliebtes Deutschland Schwierigkeiten Verbrechen im Internet aufzuspühren. Lediglich die USA, Russland und die VR-China sind heutzutage in der Lage auf staatlicher Ebene entsprechende Fachkräfte einzusetzen, viele dieser Fachkräfte gibt es jedoch nicht.
Und hier tritt ein weiteres Problem auf: Das Internet ist staatenlos. Geschieht ein Angriff auf amerikanische Infrastrukturen aus Island, sind die USA offiziell machtlos. Zwar können sie die isländischen Behörden um Hilfe bitten, aber mehr auch nicht. Wie gesagt: offiziell.
Große Teile der Amerikanischen Regierung versuchen deshalb ein umstrittenes Gesetz durch den Kongress zu bringen, nämlich das Recht auf Eintritt in den Kriegszustand mit dem Land aus dem die Cyberangriffe stammen. Was das für Konsequenzen haben kann, möchte ich hier gar nicht weiter ausführen, ein schönes (imaginäres) Beispiel für so einen Fall findet ihr hier.

Was macht man also mit solchen Straftätern? Lässt man sie gewähren? Ich hoffe nicht. Genausowenig wie ich hoffe, dass übertriebene Gewalt die Konsequenz bei einem solchen Verbrechen ist.
Es bleiben eigentlich nur eine "sinnvolle" Perspektive aus meiner Sicht. Die Politik muss endlich anfangen sich von dem altbackenen Bild des Internets zu lösen und mehr auf Spezialisten im IT-Bereich setzen. Einerseits ist deshalb Einsicht von der Politik gefordert, andererseits aber auch von den "Hackern". Es gibt bereits viele "White Hats", vor allem in Sicherheitsfirmen, wie beispielsweise bei Kaspersky oder Symantec. Aber es gibt wesentlich mehr da draußen, die immer noch auf eigene Faust unterwegs sind, eben weil die Arbeit zum Wohle des Staates als nicht attraktiv genug erscheint. Wer möchte auch für solche Leute arbeiten?

Ein weiteres Problem mit dem man zu kämpfen haben wird: Die verschiedenen Hackergruppen werden immer mehr zu wütenden Mobs und Lynchtrupps, wie man gut am Beispiel von LulzSec sehen kann. Und das gefällt den anderen Hackergruppen gar nicht. Anonymous rüstet zum Kampf gegen die Gruppe, die den Usrprung am selben Ort wie sie hat: /b/.
Doch die "Elite von 2005", so lautet der Titel den sich LulzSec selbst verliehen hat, ist nicht machtlos. Mehrere Datendiebstähle in den letzten Tagen, zuletzt bei BioWare zeigen, dass einige Leute dort ihr Handwerk verstehen.
In Deutschland wurde heute (16.06.) das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik eröffnet. Doch können die Menschen, die dort unter der Leitung unseres Innenministers Friedrich arbeiten werden, garantieren, dass solche Kriege zwischen Hackerbanden nicht zum Alltag der nächsten Jahrzehnte gehören werden? Oder wird man hoffen, dass sich solche Leute mehr mit sich selbst beschäftigen, als mit weiteren konzentrierten Angriffen auf Seiten von Firmen oder Staaten?

Wir werden sehen.